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13.05.2017

Ich stellte, wie immer, das Busle vor meinem Tor ab und dachte mir, erst leine ich Daisy an... ging auch ganz gut, sie wollte nicht über die Rückbank klettern, also hab ich sie kurz drüber gehoben. Dann dachte ich, sie hüpft aus dem Bus, was sie auch tat, aber sie wollte losrennen, alles war eigentlich fest, Halsband, Leine in meiner Hand, aber ich war einfach total kaputt. Daisy gebärdete sich wie ein Wildpferd, stieg hoch, sprang hoch, drehte sich um die eigene Achse, wickelte sich die Leine um die Beine, liess sich auf den Teer fallen, nur um gleich wieder panisch zu springen und sich zu drehen, irgendwie drehte sie sich dann aus dem Halsband (ich war schuld, hatte das nicht supereng festgezogen!), ich warf mich auf sie und packte ein Bein, sie drehte sich wieder und entkam - rannte wie von der Tarantel gestochen die Straße runter und war WEG!
OH MEIN GOTT, dachte ich. Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Ich habe heute sooo viele Hunde getragen und allen immer gesagt, passt ja auf. Und dann passiert mir das. Zum Glück wohne ich in der Pampa, meine Straße ist ein Sträßchen, auf dem nur Anwohner fahren, kein Durchgangsverkehr außer vielleicht Wanderer. Ich war komplett am Ende, wie soll ich diesen Hund wieder einfangen?
Sally muß raus, ich habe also bei ihr das Halsband wirklich supereng gemacht, mir die Leine viermal um die Hand gewickelt und Sally dann einfach geschnappt und in den Garten getragen. Schleppleine dran und fertig. Hunde alle ins Haus, Gartentür auf... hoffen, dass Daisy kommt, aber wie soll sie denn kommen, sie hat hierher doch gar keine Bindung. Mit Sally rausgehen geht auch nicht, sie kann ja auch nicht an der Leine gehen. Plötzlich höre ich meine Nachbarin:" Ja, was bist du für eine Süße?" Und ich renne raus, sehe Daisy gerade wieder die Straße runter rennen. Sage zur Nachbarin, sie darf sich nicht blicken lassen und soll bitte ruhig sein, sonst läuft der Hund wieder weg. Nach einer Ewigkeit sehe ich Daisy oben am Waldhügel stehen, wie sie am Waldrand schnuffelt. Sieht so aus, als bliebe sie in der Nähe. Hoffentlich. Und zack, rennt sie in den Wald. Wieder später kommt sie plötzlich von unten die Straße hoch, ich gehe mit Jogi raus, meinem Lurcher, den alle mögen, bisher gab es noch keinen Hund, der Jogi blöd fand. Jogi hüpft zu ihr hin, sie beschnuppern sich gegenseitig, leise rufe ich Jogi, er kommt sofort, aber Daisy nicht, sie rennt wieder auf und davon.
Brauche einen anderen Köder.
Im Kühlschrank gähnende Leere (wollte heute noch einkaufen aber mit den versch... Klamotten konnte ich mich nirgends blicken lassen) also den letzten Käse und ein paar letzte Scheiben Salami auf der Straße ausgelegt, Bustür auf, Salamispur über den Rücksitz bis auf den Heckmotor gelegt. Alle Hunde ins Haus, damit es schön ruhig ist und auf die Lauer gelegt, hinterm Gartentor.
Daisy kommt, sehe die Pfötchen, ganz vorsichtig, Scheibe für Scheibe verschwindet... und plötzlich rennt sie wieder auf und davon, kurz vorm Bus. Himmelherrgott, müssen da jetzt Wanderer kommen?! Halbe Stunde später kommt Daisy erneut, jaaa, schön, fress alles auf... ich bibbere hinterm Tor, die Hand an der Klinke.... und Daisy schnuppert in den Bus... sieht die leckeren Salamischeiben, eine hängt auf der Rückenlehne... und springt rein, frißt auch da alles auf und - ich kurz vorm Herzstillstand - hüpft über die Rückbank auf den Heckmotor!
Ich fliege raus, werfe die Schiebetür vom Bus zu und - muß erstmal eine Runde heulen.
Jetzt hatte ich aber Schiss, Daisy einfach so aus dem Bus zu holen. Also bugsierte ich sie in eine Box (ich hasse Boxen, Boxen und Trichter braucht doch kein Hund!) aber sie wollte gar nicht mehr raus... ich schüttete sie dann einfach im Garten aus, sie rutschte samt der Decke ins Gras. Und natürlich hatte ich eine Schleppleine an ihr Halsband gemacht. Begrüssung mit dem Rest, alles superfriedlich. Meine Hunde sind es ja gewohnt, ständig neue Mitesser :-) zu bekommen, mancher steht gar nicht mehr vom Sofa aus und scheint zu sagen:" Hi, nimm Platz und halt die Klappe."
Das Ganze hatte drei Stunden gedauert. Drei Stunden plus neun, in denen meine Hunde so lieb auf mich gewartet hatten. Ich habe eine ganz tolle Bande :-)
Und endlich konnte ich duschen, Waschmaschine anwerfen und mir etwas zu Essen machen.
Helge war inzwischen mit ihrer Meute auch Zuhause.
Ende gut, alles gut?
MITNICHTEN.
Das dicke Ende kommt erst noch, der Grund, weshalb wir das überhaupt so detailiert erzählen.
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12.05.2017

Zwischendurch eine whatsapp-Nachricht von Ute, den beiden alten Ladies geht es super.
Uhla ist doch wunderschön geworden. Wir haben sie im Juni 2016 von der Tierrettung Herford übernommen. Die kleine Whippetmixmaus ist jetzt 15 Jahre alt.
Und Sheba wird bald 16 Jahre alt. Das Windspielschätzle zog im Mai 2008 bei Ute und Familie ein, später mußte dann ein Auge entfernt werden. Das Schicksal vieler Butzi-Augen:-( Leider.
Aber das tut der Schönheit von Sheba keinen Abbruch. Wehe, es behauptet wer was anderes!
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12.05.2017

Nun ist auch Tara (vormals Ruth, rechts) verstorben. Sie wurde 15 Jahre alt.
Was sollen wir sagen. Gut, dass Ludger so einen guten Humor hat, er sagte, jetzt kann er wenigstens wieder im Haus herumlaufen ohne befürchten zu müssen, in eine Pipipfütze von Tara zu treten.
Lieber Ludger, danke für alles.
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12.05.2017

Weiter gehts mit der Hunde-Einsammel-Geschichte.

Wir fuhren also zum zweiten Tierheim. Dieses war winzig, sehr schön gelegen in einem kleinen Tal mit Bachlauf, herrlich gemütlich. Schon beim Parken sah man einen großen Auslauf mit Bäumen - worin drei aufgeregte Afghanen herumliefen und fröhlich bellten.
Erste Frage an die zwei sehr netten Damen vom Tierheim: Warum haben Sie den Hunden die Leinen abgemacht??
Dieses Mal fragte ich gleich nach Fangschlingen - man ist ja lernfähig. Die eine Dame verschwand irgendwo, die zweite half beim Einfangen, sie hatte die Fangschlinge, Helge und ich nichts. Ok, bei den zwei Schecken ging das einigermassen gut. Ich fungierte wie ein Dirigent und da ich nicht wußte, wie die Dame vom TH heißt, ging das also so. Cremeschecke Nr. 1 lief hin und her wie ein aufgescheuchtes Huhn, wir drei Hühner eifrig hinterher, so dass es uns endlich gelang, das Hundchen in die Ecke des Zauns zu bugsieren. Helge links, ich Mitte, Dame mit Schlinge rechts. "Helge, geh in die Hocke und weiter vor, langsam, Dame mit Schlinge vorsichtig, langsaaaaaam! STOPP HELGE, nicht so nah, bleib hocken, Dame mit Schlinge: JETZT!"
Wie ein Dirigent. Ich hab nichts gemacht, außer blöd geschwätzt, das kann ich am Besten:-)
So haben wir die beiden Schecken eingefangen und ins Auto getragen.
Dann war noch der rote Drache übrig, ein mega-befelltes-verfilztes Schätzle, das nach vorne geht, wenns bedrängt wird. Ich weiß nicht, wie es den anderen beiden ging, aber ich kam mir vor wie ein Bullentreiber, hin und her und endlich hatten wir die Rothaarige in unserer Zaunecke. Es stieg hoch wie ein Araberpferd, stand da auf zwei Hinterbeinen und fletschte uns an. Die Fangschlinge wollte und wollte nicht über den Kopf, aber irgendwann wars geschafft und auch die feurige Rote sass in Helges Sprinter.

"Wollt ihr noch schauen, was wir da haben?" Fragte uns die nette Dame... na welch Frage (Rosalie goes shopping)!
Wir gingen rein, das Tierheim war echt klein und gemütlich. "Normalerweise haben wir hier zwischen zwei und fünf Hunden", sagte die Dame. Sapperlott! "Ja, aber viele Kleintiere, Katzen, Hasen, Meerschweine..." naja, dann :-)

Wir gingen an den Zwingern entlang. Da sassen ein paar Pudelchen, oh.... und aus der Beschlagnahmung ein Jack Russell, Collies, Galgos... neinneinnein, ich darf keinen mitnehmen, von uns möchte ja niemand einen Galgo haben und eigene Hunde haben wir mehr als genug. Also schnell weiter... (Helge hat Galgo in Not angerufen und GiN hat die Hunde abgeholt) und irgendwann guckt uns aus einer Ecke ein cremefarbenes Hutzelchen an mit einem knallroten Auge (Daisy, bereits online). Oh, sagt Helge, ein Afghanen-Galgo-Mix! Die nehmen wir mit. Die Tierheimdame war ganz überrascht, echt, da ist Afghane drin? Und dann mußten wir gehen, sonst hätt ich noch was eingepackt... ich liebe Pudel, wir hatten früher auch einen.... Mich darf man nie in ein Tierheim lassen, weil ich einpacke.
Also trug die Dame mir das verängstigte Hutzelchen namens Daisy in meinen stinkenden Bus (der von Helge sah mittlerweile genauso aus).

So, elf Hunde.
Helge sagt, für Rudi hat sie jemanden. Oh, MEIN Rudi, ich habe genug Hunde, auch wenn das ein alter Bub ist, wenn er jemanden in Aussicht hat... und man sagt das immer so blöd "schweren Herzens", aber das war wirklich so. Schweren Herzens lud ich Rudi um. Und Cid auch, ich bin ja eigentlich kein Afghanenpfleger, nur in Notfällen oder wenn es ganz Alte sind. Dafür luden wir Sally in mein Auto.
Helges Handy klingelt, der Amtsvet sagt, er hat im Haus noch einen Afghanenrüden gefunden, Helge fährt los, um ihn zu holen. Also schlußendlich zwölf Hunde.

Ach ja, mit der armen Hilde war ausgemacht, dass ich mich kurz bei ihr melde, wenn ich losfahre, damit sie mit ihren vielen, extra für unser entfallenes Frühstück heute Morgen eingekauften Leckereien zu mir hoch kommt. "Hallo Hilde, ich fahre jetzt los, habe einen Mords Hunger..." Und sie meinte nur:" Jetzt ist es aber zu spät....." Ich habe keine Uhr, die am Bus geht auch nicht und mein Handy war irgendwo in der Handtasche.... ES IST HALB SECHS!
Heute Morgen fuhr ich los mit der Denke, dass ich nach dem Tierarztbesuch bei Hilde ein leckeres Frühstück bekomme und dann bald wieder Zuhause bin. Ich hatte außer einen Kaffee den ganzen Tag weder was gegessen noch getrunken, mir war gar nicht bewußt, dass es so spät ist.

Komplett unterzuckert kam ich mit meinem vollgesch... Bus samt verunzierten Hunden nach neun Stunden Abwesenheit Zuhause an und dann passierte das Schrecklichste, was einem in so einem Fall passieren kann.
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11.05.2017

Und nun zum zweiten Teil unserer Animal-Hoarder-Geschichte:
Wir fuhren also zum ersten Tierheim.
Das Busle stellten wir zuvor mitsamt Podi Rudi, Afghane Cid und unseren beiden Butzis Agnes und Diva im Schatten ab, d.h. am Noteingang des Tierheims.
Ums Eck am Haupteingang saß die kleine Afghanin, immer noch in der Box, in der sie bei unserer Ankunft in ihrem alten Zuhause untergebracht wurde. Oh, gar kein Afghänle, sondern ein Afghanen-Collie-Mixle, Sally (Bild) ihr Name. Wir packten Sally aus der Box in Helges Sprinter. Daneben stand noch Afghane Manni, mit dem wir ebenso verfuhren.
Dann liefen wir im Eilschritt dem Tierheimleiter und einem Mitarbeiter hinterher, um schließlich zu dem Zwinger mit dem Rest der Afghanen-Collies zu gelangen.
Da sassen sie nun, eine kleine Hündin und zwei Rüden, alle bellten und hatten schreckliche Angst, der Boden des Zwingers war voller frischer Kackis, durch welche die drei panisch hin- und her rasten und uns ankläfften.
Ich ging rein, versuchte, die drei zu beruhigen... gelang aber nicht, da es eilte... und so packte ich dann die kleine Tessa, die am Nettesten kläffte und trug sie raus in den Sprinter. Helge fungierte als Türöffner, wir sind ein gutes Team!
Dann zurück.... die beiden Rüden hatten sich inzwischen in Rage gekläfft und gefletscht. Wieder rein, draußen steht Helge, der TH-Leiter und sein Mitarbeiter. Die beiden Hunde sind echt nicht zu beruhigen in der Eile der Zeit, jedenfalls ist da nix zu machen. Die beiden bestärken sich, rennen hektisch hin und her, egal, was ich tue, wie ich ruhig ich mich verhalte, dabei bin ich schon in der Hocke.
Helge draußen:" Ich geh da nicht rein, ich fürchte mich". Klartext, klasse, trocken, ehrlich, gut:-)
Der TH-Mitarbeiter:" Ich geh da auch nicht rein!!"
Ich frage nach Maulkörben, der TH-Leiter holt welche und kommt mit solchen weichen Stoffmaulkörble, wie sie mein Tierarzt benutzt. Nee, Hände zerbeissen lass ich mir nicht.. ich frage ihn, ob er eine Fangschlinge hat.
Der obercoole Leiter eilt von dannen und kommt mit zwei Fangschlingen wieder. Er fischt einen der Buben raus, der sich gebärdet wie ein wildgewordener Stier, also das war nicht einfach, aber TH-Leiter bleibt cool, obercool, hat alles im Griff inkl dem Rest des Ladens hier. Helge und er stopfen den fletschenden Knaben ins Auto, in die einzige Box, die wir mitgebracht haben. Ich gucke den Übriggebliebenen an, der jetzt ein Häufchen Angst ist aber immer noch bellt und fletscht. Ich laber ihn voll, Halsband an, Leine dran und los gehts. Dass keiner dieser Hunde an einer Leine gehen kann, hat mir bis dato ja keiner von denen gesagt:-) Also hopp, wir rennen los, wenn ich stehen geblieben wäre, hätte er gebockt. Also rennen wir durch die Gänge des Tierheims, rechts und links bellts mal fürchterlich, der Leiter kommt mit der Schlinge entgegen:" Na sowas.... äh..." ich rufe:" Kann nicht halten, bis gleich..,." und renne Richtung Ausgang mit dem schwarzen Schätzle. Helge und ich stopfen ihn ins Auto.
So.
Geschafft.

Ich laufe zum Auto, meine chicen Klamotten sind vollgesch.... Schuhe, Hose, alles vollgeschmiert, passend dazu haben sich die zwei Jungs in meinem Busle erleichtert. Meine Güte, wieviel passt in so einen Hund??? Soviel Angst können die doch gar nicht haben, wie die sch...
Diva guckt angewidert. Agnes hat Kacki auf dem Rücken. Ich packe die Decken und Kissen auf einen Haufen und fahre los. Fenster runter, puh.
Es ist warm, die Sonne scheint und ich habe das Gefühl, dass man uns auf zehn Kilometern riechen kann.
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10.05.2017

Wir haben gestern ganz vergessen, auch in den News etwas von Momo zu erwähnen.
Der zierliche Whippetrüde kam im Mai letzten Jahres zu uns, fand im August ein Zuhause und ist jetzt wieder zurück.
Stimmen werden laut :-) die für ihn einen Einzelplatz fordern - wir schauen uns Momo an un denken, ne, da wäre er total unglücklich. Wir wissen es nicht. Um eine nochmalige Rückkehr auf seine Pflegestelle zu vermeiden, wäre es sicher das Beste, ihm ein Einzelplätzchen zu suchen. Oder bei einer lieben Hündin? Auf jeden Fall aber ohne Katzen!
Keine Ahnung, während wir das schreiben, schläft er so...
Einzelplatz?
Noch nie waren wir so unsicher, was das Beste für Momo ist. Auf keinen Fall aber darf er hin- und hergeschoben werden.
Und wer weiß, vielleicht haben wir schon eine Lösung gefunden, ein Einzelplatz mit Anschluß an die Meute. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen:-)
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09.05.2017

Heute mußten wir unsere kleine Agnes auf die Reise schicken.
Ja, sie wäre nächsten Monat siebzehn Jahre alt geworden - aber trotzdem tut es weh.
Wir danken allen Paten für die liebe Unterstützung.
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07.05.2017

Das zweite Schätzle aus der Beschlagnahmung ist online. Während Tessa freigekauft werden mußte, hatte Daisy Glück, sie war wohl für die Käuferin nicht hübsch genug :-)

Wir fuhren mit zwei Bussen (also eigentlich einem roten Riesensprinter und einem Hippie-Busle) Mittwochs auf den Parkplatz des örtlichen Supermarkts. Dort standen schon jede Menge Leute herum, Polizei, Straßenwacht, Veterinäramt, Landratsamt, Ordnungsamt und die Mitarbeiter zweier naheliegender Tierheime.
Einsatzbesprechung ca. eine Stunde. Dann fuhren Vetamt und Polizei los, um uns wieder eine Stunde später zu benachrichtigen, es sind lediglich sieben Hunde anwesend. Sieben werden den Besitzern belassen.
Die Straßenwacht hatte die Bundesstraße, an der das Haus lag, abgesperrt und einen LKW Bauzäune angeliefert, um den sicheren Abtransport der Tiere zu gewährleisten, alle Ämter sowie der später hinzukommende Bürgermeister zogen wieder ab. Chapeau an das Vetamt, welches die ganze Aktion bis ins Detail durchdacht und vorbereitet hatte.
Es war die Rede von ca. fünfunddreissig Hunden, welche in Obhut genommen werden sollten...

Donnerstag bauten wir ein sechs Meter Teilstück unseres Zauns neu, zwei Meter hohe Lärchenholzbretter (im Nachhinein ein Glücksfall, dass gerade da das Holz geliefert wurde - danke JACKY!!), absolut ausbruchs- und Dachlawinen-sicher.

Freitag. Tierarzt-Termin mit zwei Butzis (für immer noch Unwissende, interne Bezeichnung für Windspiele), Paten-Butzi Agnes und unsere andere blinde Hutzel Diva, also fast 17 und fast 15 Jahre. Selbstverständlich kuscheln die Butzis in unserem Busle in einem Kuschelbettchen von Gaby Land und nicht in einer Plastikbox oder gar einem Gitterkäfig. Wir, in chicen Klamotten weil hernach noch bei Hilde zum Frühstück eingeladen, bekommen einen panischen Anruf von Cheffe-Helge, die Beschlagnahmung findet JETZT gerade statt, sofort dahin, aber flott!
Augenuntersuchung noch abgeschlossen und los. Keine Maulkörbe und keine Halsbänder dabei.
Bundesstraße nicht abgesperrt.. Polizist will uns aus der Einfahrt werfen, wir sind die Windhundhilfe rufen wir aus dem Fenster, er lässt uns reinfahren.
Frau Amtsvet kommt aus dem Haus und sagt, ah, darf ich Ihnen gleich eine Galga mit zehn Welpen ins Auto laden? "Äh, nein, das darf ich nicht! Aber Afghanen, Afghanen-Mixe und einen alten Podi darf ich nehmen!"
Ok, dann kommt der Besitzer, hat einen abgeschorenen, Afghanenrüden im Arm, trägt ihn in mein Busle, kuschelt ihn nochmal. Ich muß fast heulen. Wie schlimm ist das denn. Die Menschen wollten das Beste, haben sich zuviel zugemutet, übernommen... ich kann das nachvollziehen, verstehen nicht. Ich frage ihn nach dem Namen des Äffles und er sagt Cid. Diva guckt (natürlich thronend auf ihrem Kissen auf dem Vordersitz, angewidert nach hinten und schnuppert... not amused:-) Agnes steht auf dem Fahrersitz und überlegt sich gerade, ob sie pieseln muß oder doch noch nicht... Cid macht es sich derweil in den weichen Kissen bequem und schüttelt seine Ohren.
Der nächste ist ein alter Podi, mein Gott, was für ein toller Hund, Der Besitzer trägt auch ihn in den Bus. Er heißt Rudi, sagt er. Ich fühle mich spontan genötigt, ihn zu trösten und sage:" Er wird ein tolles Zuhause bekommen, das verspreche ich und wenn ich keins finde, bleibt er halt bei mir, Haus und Garten und andere Hunde..."
So schlimm, seine Hunde abgeben zu müssen.
Rudi trifft mich wie ein Blitz direkt ins Herz. Toller Rudi. Roter Rudi. Rot wie mein Rudi, Paten-Afghane in memoriam - aber dieser Rudi ist ein sehr lieber Rudi.
Helge trifft ein und da schon vor mir eine Ladung Hunde in die zwei naheliegenden Tierheime gebracht wurde, fahren wir ins erste, um die Afghanen-Collies abzuholen.
Wir fahren also los, im Rückspiegel sehe ich das Gesicht von Rudi, der ganz entspannt aus dem Fenster guckt während Cid andauernd die Ohren schüttelt.

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05.05.2017

Willkommen bei der Windhundhilfe kleine Tessa!
Nun kannst Du beruhigt schlafen, Du darfst nun bei uns sein bis wir den richtigen Menschen für dich gefunden haben.
Was haben wir in den letzten vier Wochen gefiebert, gebibbert und schlaflose Nächte verbracht.
Doch heute kam der Übereignungsvertrag vom Veterinäramt für die beschlagnahmten Tiere.
Leider mußten wir fünf Hunde Anfang der Woche einem Käufer aushändigen. Sieben Hunde sind jedoch in Sicherheit und werden über die Windhundhilfe platziert.
Detailliertere Infos werden wir in den nächsten Tagen liefern und einen Hund nach dem anderen hier vorstellen.
Einen ganz lieben Dank an die Menschen, die uns in den letzten Wochen zur Seite standen.
Und ein riesengroßer Dank an alle Spender.

Zurück zur kleinen Tessa: Sie ist ein ca. 1,5 Jahre altes Afghanen-Collie-Mix-Mädchen.
Zu Anfang war sie so scheu wie ein Wildtier. Mehrere Menschen waren nötig um sie in unserer Quarantäne einzufangen.
Doch als wir sie dann endlich hatten, wurde sie ganz ruhig. Sie ließ sich baden, einshampoonieren, abspülen und sogar föhnen.
Wir haben sie dann in unserem Wohnzimmer mit einer 2m-Schleppleine ausgesetzt, woraufhin sie sich dann natürlich nicht mehr anfassen ließ.
Doch irgendwie wollten wir ihr zeigen, wie man bei raus in den Garten kommt (durch eine Hundeklappe). Sie schaute uns aufmerksam an, wie wenn sie uns verstehen würde, guckte den anderen Hunden beim rein-und rauslaufen zu, wir erklärten ihr wie einem Kind "guck, da kannst Du raus und auch wieder rein", kamen uns ein bißchen blöd dabei vor, doch Tessa guckte nochmals kurz zu uns, und lief durch die Hundeklappe.
Diese ausgesprochene Klugheit schreiben wir jetzt mal ihren Collie-Genen zu :)
Seitdem wird sie jeden Tag ein bisschen zutraulicher, kuschelt gerne, kann bereits halbwegs an der Leine laufen und ist ein rundum entzückendes Hündchen mit dem jeder unserer Hunde gerne spielt. Fremden Menschen gegenüber ist sie noch sehr zurückhaltend, doch das bessert sich jeden Tag.