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13.03.2015

Wir haben den Bericht vom Scheren im Tierheim Bonn erhalten:
"Dachte ich doch immer schon verfilzte Afghanen gesehen zu haben, doch seit heute weiß ich, dass ich so etwas noch nie gesehen habe! Diese Hunde sind in einem solch desolaten Zustand, den ich mit Worten gar nicht beschreiben kann. Als mir der erste Rüde zum Scheren gebracht wurde war ich mehr als geschockt. So etwas habe ich noch nie gesehen. Abgemagert bis auf die Knochen, Filzplatten, die bedingt durch enthaltenen Kot und Urin, sich um das Bein schlossen wie Zement. Von dem Gestank nach Ammoniak und Kot will ich gar nicht erst sprechen. Wir kämpften uns im wahrsten Sinne des Wortes durch diesen stark übel riechenden „Zement“. Teilweise passte noch nicht einmal mehr ein Scherkopf, geschweige eine Schere, zwischen diese Masse und die Haut, so dass wir sogar mit Klingen arbeiten mussten. Aufgrund des Urins im Fell und der dadurch entstandene Säure hatte der Rüde offene Stellen und verätzte Zehzwischenräume. Aus diesem Grund konnte das Fell an den Füßen nicht geschoren werden. Dies muss nun noch unter Narkose erfolgen, da es für den Hund unerträgliche Schmerzen verursacht. Das Ohrleder des Hundes war nicht mehr erkennbar, weil das obere Deckhaar mit dem darunterliegenden Ohrhaar verfilzt war. Der Rüde war in solch jämmerlichen Ernährungszustand, wie er nicht innerhalb von zwei Tagen entsteht. Aufgrund seiner körperlichen Verfassung fehlte ihm jegliche Kraft die gesamte Zeit seiner Behandlung stehen zu können. Er musste daher nach ca. 20 Minuten im Liegen geschoren werden.
Hier wurde in meinen Augen massiv die Sorgfaltspflicht gegenüber dem Tier verletzt. Nicht nur von der Züchterin sondern auch von denen die dort ein- und ausgingen (Freunde, Welpenkäufer, Verein und Zuchtwart)! Es war uns aufgrund des zuvor genannten Zustandes des Rüden nicht mehr möglich einen weiteren Hund zu scheren. Dies wird in der folgenden Woche noch geschehen.

Das Tierheim Bonn leistet eine hervorragende Arbeit und geht mit den dort lebenden Tieren sehr liebevoll um. Die Afghanen fühlen sich dort sehr wohl und nehmen regelmäßig mit Begeisterung Nahrung zu sich. Es ist ihnen zu wünschen bald ein neues, liebevolles zu Hause zu finden."
























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