Manchmal ist es schon fast ein wenig unheimlich...
Vor einigen Wochen dachten wir intensiv an Giulia, eine Whippethündin, die wir vor Jahren an zwei ganz liebe Menschen vermittelt hatten. Wir machten uns nie Gedanken um sie, nicht eine Sekunde, nun plötzlich wollten wir wissen, wie es Giuilia geht. Komisch, aber wir hatten einfach kein gutes Gefühl. Wir schafften es, zweimal vergeblich anzurufen und schickten eine Mail, die unbeantwortet blieb (wir hatten nur die alte Mailadresse, Sebastian hatte inzwischen eine neue).
Nach zwei Wochen bekamen wir eine Mail mit dem Betreff: Wir vermissen unsere liebe Giulia sehr.
Giulia mußte eingeschläfert werden - genau in der Zeit, in der wir uns Sorgen um sie machten.
Sebastian schrieb:
"..... es ist mir ein großes Bedürfnis, Dir heute die nachfolgenden Zeilen zu schreiben.
Unsere Prinzessin begann Ende Januar diesen Jahres aus heiterem Himmel zu lahmen, was sich im Laufe der nachfolgenden Wochen als "Humpeln" herauskristallisierte. Nachdem wir Giulia mehrere Wochen mit Schmerzmitteln unter Verdacht auf einen Kapselriss oder einen Sehnenriss behandelten, die Symptome aber statt besser immer schlimmer wurden, bekamen wir zuguter letzt in der Freiburger Tierklinik - wo man Giulia "auf den Kopf" stellte -die schockierende Diagnose auf Osteosarkom (Knochenkrebs) im linken Schultergelenk.
Wir entschieden uns nach dieser Diagnose, dass wir keine Amputation vornehmen lassen und keine Chemotherapie mit Giulia durchführen würden. Die Erfolgsaussichten auf eine Lebensverlängerung um ca. 1-2 Jahre (bei jüngeren Hunden) liegen hierbei im einstelligen Prozentbereich. Im Kontext zu den Schmerzen und dem Leiden für das Tier bei einer Amputation und der sich anschließenden Therapie, zu den Erfolgsaussichten stand für uns in keiner Relation.
Wir entschieden uns also zum Wohle für Giulia für eine Palliative Anti-Schmerztherapie mittels Medikamenten. Diese Therapie hat auch in den ersten Wochen zunächst gut angeschlagen. Sicher weißt Du aber, wie schnell ein Osteosarkom Knochen- und Knorpelgewebe zerstört...
Nachdem Giulia zwei Tage vor ihrer Erlösung kaum mehr laufen konnte, weil die Schmerzmittel nicht mehr ausreichten und als wir an einem Punkt angelangt waren an dem man nur noch Morphium hätte geben können, haben wir uns schweren Herzens entschieden unsere Maus aus Liebe loszulassen und sie ins Regenbogenland ziehen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hat das Osteosarkom zum guten Glück noch nicht gestreut gehabt.
Giulia war das Liebste was wir hatten und sie war das Beste was in unser Leben treten konnte! Wir danken der Windhundhilfe und Dir aus ganzem Herzen für diese wunderbare Hündin. Sicherlich hast Du diesen Satz schon hundertmal gehört, denn logischerweise sagt jeder, dass sein Hund der Beste und der Liebste sei. Aber glaube mir Ellen, Giulia war hundertprozentig routiniert, reif und ausgeglichen. Giulia hat vom ersten Tag an auf unser Wort gefolgt und gehört. Wir konnten sie vom ersten Tag an ohne Leine ausführen und konnten sie sogar abrufen, wenn wir etwas "beutiges" erst nach ihr gesehen haben. Giulia hatte ein perfektes Sozialverhalten gegenüber Kindern, anderen Hunden und fremden Menschen. Für uns war sie ein "Ausnahme-Hund".
Mit Giulias unbeschreiblich liebevollen und gewinnendem Wesen, ihrer Anhänglichkeit und ihrer unglaublichen Intelligenz sowie die für Whippets typische "Abgeschlagenheit" hat sich Giulia für immer einen großen Platz in unseren Herzen gesichert. Wir werden dieses Goldstück unser Leben lang nicht vergessen können.
Wir haben Giulia kremieren lassen. Sie hat einen wunderschönen Platz in unserem Wohnzimmer und ist somit immer "bei uns". Wir trauern sehr ums sie, denn sie hat in unserer kleinen Familie (Dirk, ich und unser dreijähriger Windspielrüde Bugatti) eine übergroßes Loch hinterlassen. Wir hadern, weil sie erst 10,5 Jahre alt war und wir der Meinung sind, dass Giulias wunderbar gute Zeit bei uns und mit uns viel zu kurz war!! 10,5 Jahre sind doch kein Alter für einen Whippet - aber gegen diese Teufelskrankheit kann man einfach nichts ausrichten.
Giulia wurde am 18.12.2000 geboren, am 09.09.2006 habe ich sie bei Dir in der Wüste abgeholt und am 10.06.2011 (nach nicht einmal fünf Jahren bei uns) ging Giulias Sonne unter.
In der Anlage sende ich Dir noch zwei schöne Fotos von unserer Maus.
Mit den herzlichsten Grüßen
Sebastian"
Sebastian und Dirk, danke für Alles, was ihr für Giulia getan habt. Wir hätten uns keinen besseren Platz für sie wünschen können und wir hoffen, dass Bugatti nicht lange allein bleiben muß. Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang.


