12.03.2011
Hund auf Pflegeplatz oder lieber direkt vermitteln???
Dies ist bei vielen unserer Schützlinge keine Frage, oftmals muß der Hund sofort und gleich untergebracht werden, nur ganz selten kann er beim Besitzer bleiben, bis er vermittelt ist.
Grundsätzlich überwiegen für den Hund die Vorteile, wenn er auf einen Pflegeplatz zieht.
Vorteile:
1. Wir lernen ihn kennen, mit all seinen Vor- und Nachteilen
2. etwaige "Defizite" können "korrigiert" werden
3. Wir sehen die neuen Besitzer, wie gehen sie mit ihm um, wie reagiert der Hund auf sie, wie reagiert unser Rudel auf sie.
4. der Hund hat so sehr gute Chancen, nie wieder zurück zu kommen.
Nachteile:
1. Der Hund muß zweimal umziehen. (Dennoch hatten wir noch nie einen, der offensichtlich darunter gelitten hat)
2. ??? Weitere Nachteile für den Hund fallen uns nicht ein.
Beispiel Irish Wolfhound Emil, hätten wir ihn direkt vermittelt, wäre das gründlich ins Auge gegangen. Emil ist der Kaspar Hauser unter den IWs. Inzwischen haben die Pflegemamas ganze Arbeit geleistet, er lässt sich bürsten, kann einigermassen an der Leine laufen, ist immer öfter gelassen im Umgang mit anderen Hunden und er rennt nicht mehr wie ein aufgescheuchtes Huhn gegen Türen und Wände, wenn es klingelt.
Eigentlich dachten wir, dass es sicherlich lange dauern wird, für ihn die passenden Menschen zu finden. Wer möchte schon einen Panik-IW an der Leine haben, der Zuhause während er durchs Wohnzimmer läuft, alles laufen lässt und der nichts von der Welt kennt?!
Falsch gedacht. Emil ist reserviert, wir, die Pflegemamas und die Kaffeetante sind begeistert, Näheres wird sich am Dienstag zeigen, wenn Emils potentielle Neubesitzer ihn besuchen. Wir sind wirklich sehr gespannt!
Beispiel Rosie, das hübsche Greyhoundmädchen war schon eine Weile in der Vermittlung, bevor wir sie dann auf einen Pflegeplatz übernommen haben. Wir haben sie kennengelernt, können sie gut einschätzen und ihr neues Frauchen ebenso. Es ist die verwaiste Besitzerin unseres Galgo-Greys Henry, der vor Kurzem im Alter von sechs Jahren seinem Herzleiden erlag. Rosie wird nächste Woche Besuch bekommen!
Beispiel Puschkin, hier zeigte sich, dass es auch anders geht - aber so einen Fall hatten wir bislang noch nie;-)
Unsere Barsoi-Pflegestelle war komplett ausgelastet, so blieb der ersten Besitzerin von Puschkin nichts anderes übrig, als ihren Barsoi vom zweiten Besitzer zurück zu sich zu nehmen. Inzwischen aber hat Puschkin sich angepasst, viel besser als das je der Fall war und - er kann für immer bei ihr bleiben!
Die Anstrengung hat sich also voll und ganz gelohnt und wir freuen uns riesig für Puschkin! Alles Gute!!
