25.05.2009
Neuigkeiten gibt es zu unserem Galgo Little:
Wie Sie sich ja vielleicht erinnern, rief seine Vorbesitzerin vor über einem Jahr bei uns an, um ihren Galgo Little, der einst aus Spanien geholt wurde, abzugeben.
Wir haben ihr dann unsere Arbeit erläutert und ihr angeboten (sie wohnte ganz in der Nähe einer unserer Pflegestellen), dass wir uns den Hund gerne einmal anschauen würden, um ihn dann gegebenenfalls zu übernehmen, falls sie sich ganz sicher sei, dass sie sich von ihrem Tier trennen wolle.
Wir erklärten ihr auch die Situation, dass es sehr schwierig sei, einen alten Galgo-Rüden zu vermitteln, da es ständig sehr viele Galgos gäbe, die ein Zuhause suchen würden. Weiterhin seien wir nur bedingt eine Anlaufstelle für Galgos, dafür gäbe es zahlreiche Clubs, die sich dieser Rasse verschrieben hätten.
Wir hörten von der Besitzerin nichts mehr. Dafür meldete sich eine Mitarbeiterin eines Tierheims in der Nähe bei uns, ein Galgo-Rüde sei bei ihnen abgegeben worden – Little!
Die Leiterin des Tierheims und die Mitarbeiterin, selbst Windhund-Menschen, nahmen den Buben mit zu sich nach Hause, damit er nicht in einem Tierheimzwinger sein musste.
Wir stellten Little auf unserer Seite ein (ganz nebenbei haben wir dank Little diese zwei lieben neuen Menschen gefunden, die die iWi mit Rat und Tat unterstützen).
Nach nun einem Jahr haben die zwei Damen entschieden, dass Little nicht mehr umziehen muß, er ist mittlerweile über 10 Jahre alt und leider nicht mehr ganz gesund: er hat Herzprobleme und vor kurzem einen epileptischen Anfall.
Für Little freuen wir uns sehr, denn er hat es wirklich sehr schön bei den Zweien.
Doch insgesamt wirft der Fall Little doch einige Fragen auf:
Jedes Jahr werden mindestens mehrere hundert Galgos nach Deutschland gebracht (wahrscheinlich liegt die Gesamtanzahl im vierstelligen Bereich), die hier ein neues Zuhause finden.
Diese Galgos haben ohne Frage ein Recht auf ein schönes Leben, wie alle anderen Tiere auch, seien sie aus dem In- oder Ausland.Wir wollen hier nicht die alte Diskussion um die Sinnhaftigkeit des Tierschutzes der Deutschen im Ausland diskutieren. Für uns kennt Tierschutz keine Grenzen, auch wenn wir selbst uns primär um Windhunde in Deutschland kümmern aber auch durchaus Tiere aus dem Ausland übernehmen.
Dennoch für uns bedeutet verantwortungsvoller Tierschutz auch, dass Tiere die im Ausland geholt werden und aus welchen Gründen auch immer in Deutschland ihr Zuhause verlieren, jederzeit bei ihrem Verein ein leeres Sofa finden müssen.
Diese Tiere dürfen nicht auf einmal ohne Lobby dastehen, es kann nicht sein, dass diese Tiere im Tierheim landen und dort verbleiben müssen, bis ein neuer Platz gefunden ist.
Tagein tagaus bekommen wir zahlreiche Emails über Tierschutzverteiler, in denen Tiere eine neue Pflegestelle suchen, da ihre alte sie aus irgendeinem Grund nicht zurücknehmen kann. Klar Tierschützer sind auch nur Menschen mit ihren eigenen Geschichten und Schicksalen, bei denen manchmal die Tiere dann zurückstehen müssen und dennoch muß ein Verein hinter seinen Tieren stehen und sie wieder aufnehmen.
Manche werden jetzt sagen, dass ein Galgo es in einem deutschen Tierheim doch viel besser hat als in einer spanischen Perrera – das ist sicher auch richtig! Doch holen wir Tiere um sie dann nach der Vermittlung in einem Tierheim im Stich zu lassen? Wir tragen eine große Verantwortung und die kann und darf nach einer Vermittlung nicht aufhören. Sie bleibt bestehen und zwar bis zum Tod des Tieres.
Jedenfalls steht für uns fest: Seitdem Little ein neues Zuhause sucht, haben hunderte Galgos aus Spanien hier in Deutschland eine Familie gefunden – aber Little nicht….
Und Little ist nicht der einzige! In vielen Tierheimen kann man Galgos, Podencos und andere Windhundmischlinge finden, die hier ihr Zuhause verloren haben – wo ist ihre Lobby?
Dir lieber Little wünschen wir jedenfalls alles, alles Gute, Du hast den Sechser im Lotto mit Deinen zwei Frauen getroffen.
