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20.05.2015

Abschied

Den richtigen Zeitpunkt des Abschieds zu erwischen, ist nicht einfach.
Uns wird oft nachgesagt, wir würden uns leichter mit dem Einschläfern tun, weil wir erstens noch viele Hunde haben und zweitens das ja schon "gewöhnt" sind, das Abschied nehmen...
Neulich meinte eine Bekannte, nachdem wir traurig waren, weil wir wieder mal eine Seele verabschieden mußten: "Ach was, du hast ja noch viele andere!" Da konnten wir nicht anders und der Frau (Mutter von vier Kindern) sagen: "Weißt du, wenn eins deiner Kinder stirbt, sagen wir auch nicht, du hast ja noch drei!"

Nein, egal, wie viele Hunde man hat, egal, wie oft man schon Abschied nehmen mußte, es wird NIE Gewohnheit, man wird NIE abgehärtet und es tut jedes Mal weh.
Vor allem, wenn man Abschied von einem Schützling nehmen muß, den man erst drei Wochen vorher bei sich aufgenommen hat.
Da macht man sich dann Vorwürfe, würde er noch leben, wenn er -wie seine dreizehn Jahre vorher- auf einem Einzelplätzchen gelebt hätte anstatt in deinem Rudel... Aber vielleicht, hoffentlich war auch "nur" seine Lebenszeit abgelaufen. Jedenfalls waren wir dieses Mal zu spät, wir hätten ihn schon am Sonntag gehen lassen sollen, so haben wir noch versucht zu retten, was nicht mehr zu retten war, ihn bei unserem Tierarzt checken lassen, Ultraschall komplett und Herz im Speziellen, Blutbild, Nierenwert.
Er hat weiter nichts gefressen und so mußten wir gestern Morgen unseren kleinen Easy auf seine letzte Reise schicken.
Seit Samstag hatte er keinen Appetit mehr, seit Sonntag hatte er das Essen ganz verweigert. Easy mochte einfach nicht mehr. Er wollte zu seinem Frauchen. Wir stellen uns vor, wie er jetzt mit ihr da oben wieder glücklich ist.
Easy, du liebes Schätzle, machs gut.