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04.07.2014

Dem einen oder anderen fällt es vielleicht anhand unserer News hin und wieder auf, daß der Job als Tierschützer allerlei Mühsal zu bieten hat.
Wir finden immer, daß wir so tolle Pflegehunde haben, eigentlich sind sie alle wunderschön und trotz aller charakterlicher Besonderheiten, sind sie alle liebenswert.
Und dann... will keiner sie haben!
Das ist echt regelmäßig frustrierend.
Als Außenstehender kann man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie sehr wir uns freuen, wenn eine Vermittlung klappt.
Besonders wenn das Feedback dann wie heute Morgen ausfällt:
DHL klingelt und bringt ein Paket, das überall Schlitze im Karton hat.
Nachdem wir kürzlich gehört haben, daß Hühner lebendig auf diese Weise verschickt werden, schoß uns kurz durch den Kopf, daß da doch hoffentlich kein Federvieh drin ist...
Nein es war ein Blumenstrauß mit Karte: "Danke für Ihre Mühe mit Vin und mir. Wir zwei sind so glücklich!"
Boah das ist zwar nicht nötig uns Blumen zu schicken, aber wir freuen uns schon den ganzen Tag darüber!
DANKE!

Weiterhin hat uns Vin über sein neues Leben erzählt:
"Ich bin umgezogen und möchte hier etwas über mein neues Zuhause und meinen Tagesablauf berichten. Morgens wenn es hell wird, wecke ich mein neues Frauchen zunächst mit einem zarten Stupser ins Gesicht. Dann lege ich mich vors Bett und warte was sich tut. Wenn keine Reaktion erfolgt, nehme ich die linke Pfote und schlage energisch auf die Bettdecke. Dann werde ich gestreichelt, was mich sehr freut (wedel), aber nicht von meinem Vorhaben abbringen lässt. Weiterhin verfolge ich ein Ziel. Frauchen muss aufstehen.

Hat sie sich endlich aus dem Bett gequält und verschwindet ins Bad, kann ich mich im Bett genüsslich ausstrecken. Ich stehe erst auf, wenn ich höre, dass sie die Leine in die Hand nimmt. Dann gehen wir mein Revier kontrollieren. Es geht durch die Siedlung, an den zwei Wölfen vorbei in den Wald. Dann den schmalen Schleichweg wieder nach Hause zurück.

Jetzt erwarte ich ganz ruhig in der Küche meine schmackhafte getrocknete Pansenstange. Zuerst gibt es die blaue Mütze übergezogen und dann dauert es noch ewig bis endlich eine Stange aus der Plastiktüte herausgezogen wird. Nach dem Verspeisen des Frühstückssnacks lege ich mich wieder ins Bett; denn Frauchen muss jetzt mindestens 3 Stunden am Laptop arbeiten.

Im Laufe des Vormittags wechsle ich dann in den Wohnzimmersessel. Siehe Foto. Hier behalte ich das Geschehen in und vor dem Haus im Auge. Mir entgeht nichts.

Mittags geht es hinaus in die Welt. Entweder spazieren wir durch die Felder, oder durch den Wald oder wir fahren mit dem Auto an den Fluss und gehen dort ein Wenig andere Reviere erkunden. Danach gibt es etwas Handfestes zu Essen. Mit Rindfleisch, Hüttenkäse, Karotten oder so ähnlich. Nun ist die Zeit gekommen, ein Bisschen verrückt zu spielen. Rasen durchs Haus, Teppiche verschieben, Umgestalten im Allgemeinen. Dann öffne ich Schränke und sonstige verschlossene Türen. Es wird alles durchsucht. Leider kann man nicht so viele Sachen hier wirklich gebrauchen.

Am Nachmittag bin ich sehr im Garten beschäftigt. Ich muss den bösen Nachbarn erschrecken, die Glückskatze vertreiben, Junikäfer fangen und den Geräteschuppen aufräumen. Wenn dann Besuch kommt, meist Freundinnen von Frauchen nebst deren vierbeinigen Begleitern, muss ich den aristokratischen Hausherren spielen. Leichtes Schwanzwedeln, höfliches Andeuten zum Spiel und dezente Zurückhaltung lege ich an den Tag. „Ach ist der süß, und so lieb…“ tätschel. Das Anfassen von fremden Menschen ist nicht meine Sache. Ich ziehe mich galant aus der Affäre.

Am Abend durchstreifen wir die Siedlung nach neuen Nachrichten. Frauchen quatscht auch mit fast Jedem. Ich nur mit jedem Zweiten. Dann gibt es einen Gutenacht-Schmankerl und es geht ab in die Kissen.

So ist mein Tag im Moment. Ich glaube es könnte mir gefallen.

Liebe Grüße an mein liebes Pflegefrauchen aus dem Schwabenländle."

Vielen lieben Dank, wie man sieht lebt der Bub in würdevoller Umgebung!