Und noch einen Barsoi haben wir, den wir schon länger hüten:
Boris.
Er ist im Frühling letzten Jahres zu uns gekommen. Sein Frauchen mußte notfallmässig ins Krankenhaus, Boris kam in einem Tierheim unter, aus diesem haben wir ihn zu uns geholt. Nach einigen Monaten hat ihn schließlich seine Besitzerin zur Vermittlung frei gegeben.
Anfangs war Boris ein kleiner Querkopf. Er hat sein biseriges Leben allein verbracht und unsere Hunde merkten schnell, dass mit Boris nicht gut Kirschen essen ist. Jeder machte einen großen Bogen um ihn und abends nahm Boris die ganze Couch in Beschlag oder falls er sich mal in ein Körbchen verzog, war um ihn herum ein Sicherheitsabstand von vier Metern.
Inzwischen reicht einer aus. Die kecke Roma hatte sich mal vertan, dachte vielleicht, das sei Bobo. Roma hüpfte mit Anlauf aufs Sofa, um sich zwischen die Barsoibeine zu werfen... hüpfte aber genauso schnell wieder zurück, als sie ihren Irrtum bemerkte und von Boris mit Krokodilähnlichem Schnappen verscheucht wurde.
Auch an der Wasserschüssel heißt es Abstand bewahren. Trinkt Boris, darf auch niemand aus der Nachbarschüssel schlürfen. Draußen braucht man starke Arme, denn Boris kann gut Gas geben und ableinen trauen wir uns nicht... wir möchten ja noch eine Weile hier wohnen bleiben.
Anfangs brauchte man zum Krallen schneiden einen Maulkorb und drei mutige Menschen, mittlerweile geht das ohne und ganz alleine, jedoch immer noch äußerst vorsichtig, Kopf immer schön wegdrehen und beruhigend auf ihn einreden. Früher konnte man nicht mal sein Bein anfassen, ohne dass er geschnappt hat.
Also alles in allem eine Verbesserung, Boris ist zahm geworden aber nicht langweilig. Und eigentlich haben wir uns alle schon damit abgefunden, dass er kein Zuhause findet, denn wenn wir mal einen alten Hund unterbringen, dann muß er lieb und nett sein.
Aber wer weiß, vielleicht ist irgendwo da draußen sein Mensch, der Boris am besten als Einzelhund verwöhnt, weil wir ihm das 1. von Herzen gönnen würden und 2. ihm das sicherlich am Besten gefallen würde. Er braucht keinen Vierbeiner um sich, einzig sein Mensch zählt und den liebt er bedingungslos. Boris ist so ein lieber Schmusebär, keiner kann an ihm einfach vorbeigehen, Boris winkt dann auffordernd mit der Pfote: KOMM, streicheln!!!
Katzen mag er natürlich keine - aber dafür liebt er Männer ganz besonders. Er ist topfit und hat noch jede Menge Power.
die Fotos sind schon zwei Wochen "alt", auch bei uns wirds jetzt endlich Frühling.



